Montag, 30. März 2009
scheißts auf den stammtisch
Der Weltgeist steckt momentan leider in einer Krise. Macht nichts. Wir könnten ja die Zeit, die wir dadurch gewinnen nicht ständig eine neue Investition mit tollen Renditen machen zu müssen, für andere Dinge verwenden. Nachdenken zum Beispiel. Ein schönes Hobby und billiger als Aktienspekulation. Integration, da könnten ein paar Gedanken nicht schaden. Kunst und Kulturpolitik, für die die es interessiert. Die Scheuchs und die anderen Witzfiguren haben dazu schon so ihre Ideen. Ganz so schlecht werden sie ja nicht sein, sonst würde ja mal einer aus den anderen Parteien aufstehen und schreien „sahst es komplett deppert“. Aus dem letzten Falter weiß ich, dass Strache bei Heldenplatz gebuht hat – oh Gott wie armselig und doch so viele Wähler.
Die viel zitierte Hoheit über die Stammtische: welche meinst du, die wo man schon 50 Jahre lang hört, dass unter Hitler nicht alles schlecht war oder die wo es heißt da Mossad hat den Haider die Bremschleich durchgschnitten. An diesen Stammtischen herrscht eine ganz besondere Form von Dummheit, die nicht auch noch umworben werden soll. Ich kann mich nicht hinstellen und Stammtischdummheiten in mein Parteiprogramm aufnehmen, um diese Wähler zu rekrutieren. Ich kann nicht Naziverbrechen unter den Teppich kehren um für diese Verbrecher wählbar zu sein. Das wird mir früher oder später auf den Kopf fallen.
Ich glaube es wählen mehr Menschen FPÖ und BZÖ, als sich wirklich für deren Ideen begeistern. Sie folgen eben der lautesten Sau die durch den Garten rennt (meine Lieblingsmetapher in letzter Zeit). Kein Wunder, wenn die anderen nichts zu bieten haben. Und zwar nicht nur nichts, was den Bauch anspricht, sondern viel schlimmer, auch nichts was den Kopf anspricht. Die meisten Wähler entscheiden nämlich damit. Immer noch
Mittwoch, 18. März 2009
was zur wahl steht
die fpö samt ihrer vorgängerpartei vdu ist jahrzehntelang bei wahlen zwischen 5 und 10% herumgedümpelt, auch weil nach 1945 övp und spö als auffangbecken für nationalsozialisten fungierten (das adjektiv ehemalig sollte in diesem zusammenhang vermieden werden). hat sich der rechte bodensatz vorher in anderen parteien ein demokratisches mäntelchen umhängen können und war als solches nicht sichtbar, so müssen wir jetzt eigentlich fpö und bzö dankbar sein, da sie uns die derzeitige politische lage ungefiltert 1:1 so widerspiegeln wie sie tatsächlich ist. das schöne an den rechten ist ja, dass sie aus gründen des populismus ihrer dummheit in anfällen von logorrhoe freien lauf lassen und quasi deckungsgleich mit ihren „thesen“ agieren. zum kotzen, ja, aber so ist es.
Sonntag, 15. März 2009
Ich bin kein Kärnter
Politik ist das nicht! Das ist ein Komposthaufen auf dem Ideen wie die Saualpe wachsen. Politik ist Probleme zu erkennen, sich damit auseinandersetzen, eine Entscheidung zu treffen und diese zum Wohl der Gemeinschaft umsetzeen. Die Partei, der ich das zutraue wird von mir gewählt, nicht der Grüßaugust, der mir meine gesicherte Pension verspricht. Ich bin kein Kärnter!
Wenn die Schmied zum Dichand rennt und fragt ob es eh ok ist wenn sie sich mit der GÖD anlegt, wird mir schlecht. Noch schlechter wird mir wenn ich daran denke, dass Strache bald mehr Stimmen bekommt als Haider und kotzen könnte ich sobald Faymann oder Pröll zu einer Ansprache ansetzen. Besser ist es danach aber auch nicht. Ginge es nach meiner Stimme, hätte keiner der Erwähnten ein Amt erreicht, aber zum Glück zählt meine Stimme ja auch nicht mehr als die der Trotteln und außerdem, "würden Wahlen etwas ändern, hätte man sie längst verboten" (W. Churchill)
Dienstag, 10. März 2009
wir alle sind kärnterInnen
- von 1945 bis 1989 durchgängig - die wahrscheinlich auch nicht weniger rechte - spö in kärnten am ruder war.
- bei nrwahlen die spö die fpö/das bzö in kärnten oft prozentual überrundet (2006: 35,4% spö, 25% bzö; 2002: 38,33% spö, 23,61% fpö; 1999: 35,72% spö, 38,62% fpö)
- haider zwar ein rechte, aber vollem eine stark personalisierte wahl war.
- haider hat sich als der bürgermeister von kärnten generiert, das sollten andere auch können, ohne gleich dumpfe vorurteile zu bedienen.
- österreich ist zwar grundsätzlich rechtskonservativ, aber nicht apriori ein volk von faschisten. ein faktum, welches sich radikalrechte parteien durch das mittel der verstärkung zunutze machen.
- haider mag ein politisches naturtalent gewesen sein, aber die gefahr ist aufgrund seines ablebens nicht gebannt. das dritte lage ist zusammengenommen so stark wie nie (28,2%) und ja, fpö und bzö haben genau dasselbe wählerspektrum.
- 2014 sind die nächsten landtagswahlen in kärnten: genug zeit um einen populären gegenkandidaten aufzubauen.
misik spricht in seiner dankesrede zur veleihung des staatspreises für kulturpublizistik über die "selbststilisierung der medienintellektuellen, die sich arrangiert haben mit der soundbitekultur, die sich einstmals vielleicht in den dienst einer sache gestellt hätten, und heute, in ermangelung einer sache, in den dienst ihres „ich" stellen.“ ich würde weiters einen grassierenden fatalismus konstatieren, der sich aufgrund seiner abgeklärtheit mit bestehendem ungemach abfindet, der aus den gleichen gründen, aus denen er sich seiner eigenen verantwortung enthebt, anderen diese nicht zutraut (obama ist auch nicht besser, wirst sehen...). die kehrseite der medaille ist übermächtig geworden, aber mit den nachträglichen vorwürfen der marke „ich habs dir eh gesagt“ werden wir schon fertig.