so geht das in gänseblümchenmanier bis in alle ewigkeit. wir bloggen doch, haben eine extra seite und gedankenkram zum füllen anzubieten, blog was willst du mehr? wir bloggen nicht, unsere politiksuada steht allein da, wir werden, mit ausnahme vielleicht von siniweler, nicht gelesen und müssen uns fragen: wollen wir uns nicht lieber briefe schreiben? wir bloggen, sind gar innovativ in dem wir unseren blog unter uns zwei aufteilen und abwechselnd agieren. wir haben die interaktive web 2.0 mentalität somit schon mit der muttermilch aufgesogen. wir bloggen nicht, unser blog ist innerhalb der blogosphäre unvernetzt. wir bloggen doch! aber müssen uns doch noch einmal fragen: was wollen wir?
dieses intro ist nur aus gegebenen anlass, weil ich kürzlich etwas tiefer in ein paar blogs hineinschnüffelte und ob der möglichkeiten des web 2.0; sei es jetzt die organisation des widerstands im iran, die licherkette um das parlament, die enzi rebellion oder die grünen vorwahlen, beeindruckt bin. es gibt natürlich einige die sich in zynischen pragmatismus (žižek) üben und diese initiativen müde abwinken. mag ja alles auch letztendlich nicht fruchten bzw. dem gewünschten ziel nicht näher kommen helfen, aber soviel mobilisierung und demokratisierung habe ich, da es vor allem einzelne ohne parteiapparat oder organisation im rücken betrifft, noch nicht erlebt. blogs spiegeln viel mehr eine persönliche sicht wieder, als dies je ein kommentar einer zeitung tun könnte. hinter letzterem steht ja mit der politischen ausrichtung der jeweiligen zeitung, eine zwar nicht dezidiert ausgedrückte, dafür aber seitens der journalisten um so sklavischer eingehaltene inhaltliche richtschnur des denkens. blogger sind sich nur selbst verpflichtet, sie müssen sich auch nicht an eine fix vorgegebene wörteranzahl halten, sondern werden im gegenteil, da man sich in seiner freizeit wohl nur mit dingen beschäftigt, die einen wirklich interessieren, sich in ziemlicher detailtiefe mit einem thema auseinandersetzen. dieses „ich tu’s für mich selbst“ kann fast schon als ein garant für qualitätsvolle texte gelten. dass es auch hierbei schrott der übelsten sorte geben wird ist natürlich klar, aber ich würde die chance eines gehaltsvollen und interessanten beitrags im blogbereich aus den beschriebenen gründen nicht niedrig einschätzen. auch wird hier ein bruch mit dem gängigen informations- und veröffentlichungsmonopol vollzogen. zeitungen, zeitschriften, bücher oder die uni; das waren und sind gängige medien und plattformen, die aber viele ausschließungs- und diskriminierungsmechanismen mit sich bringen. die akteurInnen des web 2.0 sind aber per se vernetzt und offen. sie können neuigkeiten auch sofort verarbeiten, während zeitungen logischerweise immer einen gewissen vorlauf benötigen werden. die durch die monoplisierung entstandene wand zwischen journalistIn und leserIn existiert im web.2.0 nicht. natürlich kann man auch im standard posten, aber bei einem persönlichen blog ist es viel wahrscheinlicher, dass der/die autorIn persönlich antwortet. in ihrer subjektivität können bloggerInnen paradoxerweise mehr „objektivität“ erzeugen, als das manchmal bei einem zeitungsartikel der fall ist. ein text zu einem beliebigen thema wird ja auch immer erst durch die anschließenden kommentarposts vervollständigt. wir erhalten so hinweise, ergänzungen und widersprüche, die ein runderes oder meistens komplexeres bild der realität zeichnen, als dies der artikel für sich allein genommen je könnte. trotz alldem vorgebrachten teile ich nicht die pessimistische sicht vieler web 2.0 aktivisten, was die zukunft von print angeht. deren argumente haben oft etwas anachronistisches an sich. eine anachronismus allerdings, der sich auf die zukunft bezieht und der schon die schallplatte hat sterben lassen. aber nur weil print alt ist, wird es sicher nicht marginalisiert werden. beim anfänglich beschriebenen gänseblümchenblattzupfen sind ja auch beide möglichkeiten wahr.
dieses intro ist nur aus gegebenen anlass, weil ich kürzlich etwas tiefer in ein paar blogs hineinschnüffelte und ob der möglichkeiten des web 2.0; sei es jetzt die organisation des widerstands im iran, die licherkette um das parlament, die enzi rebellion oder die grünen vorwahlen, beeindruckt bin. es gibt natürlich einige die sich in zynischen pragmatismus (žižek) üben und diese initiativen müde abwinken. mag ja alles auch letztendlich nicht fruchten bzw. dem gewünschten ziel nicht näher kommen helfen, aber soviel mobilisierung und demokratisierung habe ich, da es vor allem einzelne ohne parteiapparat oder organisation im rücken betrifft, noch nicht erlebt. blogs spiegeln viel mehr eine persönliche sicht wieder, als dies je ein kommentar einer zeitung tun könnte. hinter letzterem steht ja mit der politischen ausrichtung der jeweiligen zeitung, eine zwar nicht dezidiert ausgedrückte, dafür aber seitens der journalisten um so sklavischer eingehaltene inhaltliche richtschnur des denkens. blogger sind sich nur selbst verpflichtet, sie müssen sich auch nicht an eine fix vorgegebene wörteranzahl halten, sondern werden im gegenteil, da man sich in seiner freizeit wohl nur mit dingen beschäftigt, die einen wirklich interessieren, sich in ziemlicher detailtiefe mit einem thema auseinandersetzen. dieses „ich tu’s für mich selbst“ kann fast schon als ein garant für qualitätsvolle texte gelten. dass es auch hierbei schrott der übelsten sorte geben wird ist natürlich klar, aber ich würde die chance eines gehaltsvollen und interessanten beitrags im blogbereich aus den beschriebenen gründen nicht niedrig einschätzen. auch wird hier ein bruch mit dem gängigen informations- und veröffentlichungsmonopol vollzogen. zeitungen, zeitschriften, bücher oder die uni; das waren und sind gängige medien und plattformen, die aber viele ausschließungs- und diskriminierungsmechanismen mit sich bringen. die akteurInnen des web 2.0 sind aber per se vernetzt und offen. sie können neuigkeiten auch sofort verarbeiten, während zeitungen logischerweise immer einen gewissen vorlauf benötigen werden. die durch die monoplisierung entstandene wand zwischen journalistIn und leserIn existiert im web.2.0 nicht. natürlich kann man auch im standard posten, aber bei einem persönlichen blog ist es viel wahrscheinlicher, dass der/die autorIn persönlich antwortet. in ihrer subjektivität können bloggerInnen paradoxerweise mehr „objektivität“ erzeugen, als das manchmal bei einem zeitungsartikel der fall ist. ein text zu einem beliebigen thema wird ja auch immer erst durch die anschließenden kommentarposts vervollständigt. wir erhalten so hinweise, ergänzungen und widersprüche, die ein runderes oder meistens komplexeres bild der realität zeichnen, als dies der artikel für sich allein genommen je könnte. trotz alldem vorgebrachten teile ich nicht die pessimistische sicht vieler web 2.0 aktivisten, was die zukunft von print angeht. deren argumente haben oft etwas anachronistisches an sich. eine anachronismus allerdings, der sich auf die zukunft bezieht und der schon die schallplatte hat sterben lassen. aber nur weil print alt ist, wird es sicher nicht marginalisiert werden. beim anfänglich beschriebenen gänseblümchenblattzupfen sind ja auch beide möglichkeiten wahr.