Mittwoch, 20. Mai 2009

in aller klar- und deutlichkeit

zu dem von dir angesprochenen mangelnden kampfeinsatz in österreich ist mir unlängst ein passender, aber sehr diskussionswürdiger und provozierender satz von einem fm4 blogger untergekommen, nämlich: solang es nur wasser und keine bomben regnet, reicht der regenschirm. vielleicht ist gerade dieses nicht ernst nehmen der eigenen lebensumstände, die im verhältnis zu den weltproblemen naturgemäß klein wirken, eben jene arroganz die diese weltprobleme erst entstehen lassen. wenn mir die armut vor der eigenen haustür bereits egal ist, was soll mich dann erst jene auf einem anderen kontinent kümmern? ich gefiel mir selbst lange genug in der pose der postmodernen wohlstandsverwahrlosung, die sich zu nichts aufraffen kann, als dass ich sie heute noch gut heißen kann.

and now to something completely different. folgende these: faymann und pröll unterscheiden sich in ihrer rethorik grundlegend von vorhegenden kanzlern und deren vizes. wenn wir nur an die duos gusenbauer/molterer, schüssel/gorbach, schüssel /haupt oder vranitzky/busek denken, dann können wir diesen politikergespannen einiges, aber sicherlich nicht sprachliche verwechslungsgefahr vorwerfen. faymann/pröll hingegen pflegen denselben duktus und hegen dieselbe inhaltsleere. nun sind wahrlich auch worthülsen bei politikerInnen nichts neues, neu aber hingegen ist, dass beide auf die gleich art nichts sagen. sogar der slicke grasser hat auf fragen nicht mit handfestem, wie, huch, konjunkturdaten oder statistiken gegeizt. faymann und pröll lieben beide elendslange aufzählungen und tautologische exzesse. während die aufzählungen durch bloßes name dropping erfolgreich tiefergehendes vermeinden, füllen die nicht ganz lumpenreinen tautologie-artigen gebilde schön jede rede aus. beispiel ausschnitte aus faymanns rede wegen der krise: …eingestehen wird und eingestehen muss…; …plötzlich nicht funktioniert oder zusammenbricht…; kurz dauert…nicht jahrelang dauert…sondern nur einen kurzen zeitraum, exporte zu leisten…in andere länder zu liefern… oder pröll beim eu wahlkampfauftakt: …engagement und tatkraft zu zeigen…;…ganz klar und deutlich…; ist das..war das und wird das auch sein, …können wir aufbauen…auf dem bauen wir auf… usw. dass faymann strache als schande und hassprediger bezeichnete, sind die ausnahmen, die folgende regel zu bestätigen scheinen: kein lärm um nichts.

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